Mittwoch, 7.10.2015
Homosexualität im Nationalsozialismus in München
Vortrag von Albert Knoll
Die Ausgegrenzten, Teil 3: Vom Außenseiter zum Staatsfeind

Bayern erwies sich in den 1920er Jahren als besonders restriktiv. Die Nationalsozialisten
brachten mit ihren Verboten ab 1933 die homosexuelle Infrastruktur (Vereine, Zeitschriften,
Treffpunkte, aber auch die Forschung) weitgehend zum Erliegen. Sie erhöhten den
Verfolgungsdruck erheblich, führten Großrazzien durch und verschärften die gesetzliche
Grundlage im Jahr 1935. Mehr als 50.000 Männer wurden im Deutschen Reich nach § 175
angeklagt und in Gefängnisse und Zuchthäuser gebracht, viele kamen in die
Konzentrationslager, wo Tausende starben. Schließlich wurden Homosexuelle zu
Staatsfeinden erklärt, da sie nicht zur gewünschten Bevölkerungsvermehrung beitrugen. Die
Einmischung des Staates in das Privatleben seiner Bürger fand nach 1945 seine
Fortsetzung, denn der § 175 bestand in der verschärften Form bis 1969 weiter. Eine
Entschädigung haben die allermeisten der Verfolgten nie erhalten.
Ort: NS-Dokumentationszentrum, Auditorium, Brienner Str.34, München (U2 oder Bus 100
Haltstelle Königsplatz, Tram 27 Haltestelle Karolinenplatz)
Uhrzeit: 19.00
Eintritt: frei
Mit einer Voranmeldung per E-Mail kann man sich einen Sitzplatz sichern:
veranstaltungen.nsdoku@muenchen.