Hass darf keine Karriere machen
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) am 17. Mai warnt der Völklinger Kreis vor einem gesellschaftlichen Roll-Back. Gleichzeitig begrüßt der Berufsverband schwuler Führungskräfte die Aufarbeitung der Unrechtsurteile nach §175 durch die Bundesregierung. Auch antischwule Gewalt (MANEO-Report für 2015) ist Thema.
Der Vorsitzende des Vorstands, René Behr, erklärt: „Immer häufiger werden unter dem falschen Deckmantel ‚konservativ‘ menschenverachtende Vorurteile verbreitet – gegen Lesben, Schwule und Bisexuelle, gegen inter- und transgeschlechtliche Menschen (LGBTI), gegen Migranten, Flüchtlinge, über Angehörige bestimmter Religionen. Die politische Diskussion wird schärfer und verletzender. Viele Kritiker fühlen sich angeblich von der ‚political correctness‘ in ihrer Meinungsfreiheit beschränkt. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut unserer politischen Landschaft. Das sieht man gerade im Vergleich mit Ungarn, Russland oder der Türkei, wo auch LGBTI-Aktivisten staatlichen Repressionen ausgesetzt sehen. Wer ‚political correctness‘ als Gegenentwurf zur Meinungsfreiheit sieht, hat nicht verstanden, dass es dabei gerade um Respekt vor Andersdenkenden geht.“
Beängstigens die auch das konstant hohe Niveau von homo- und transphoben Gewalttaten. „Die zügellose Rhetorik in Diskussionen, auf Bildungsplan-Demos und im Internet entmenschlicht Homosexuelle. Dadurch sinkt die Hemmschwelle, persönlich beleidigend und körperlich gewalttätig zu werden.“ Behr wünscht sich eine sachliche Auseinandersetzung und Respekt, statt immer mehr die Herabwürdigung von Personen oder Gruppen zu befördern. Dabei dürften weder in politischen Talkshows noch im alltäglichen Gespräch Vorurteile unwidersprochen bleiben. „Wer für Meinungsfreiheit plädiert, muss auch aushalten, dass man seine Meinung als Irrtum oder gar Lüge entlarvt“,
In der Diskussion um die Rehabilitierung von Schwulen, die nach Unrechtsparagrafen §175 verurteilt wurden, sehe man den Erkenntnisgewinn auch in der Politik. „Ich danke der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) und der Leiterin Christine Lüders für die rechtliche Aufarbeitung. Es wird Zeit, das Unrecht des Rechtsstaats zuzugeben. Wiedergutmachen kann man diese Entwürdigungen nicht. Doch die Ehre der Betroffenen muss rehabilitiert werden. Nicht nur Karrieren wurden durch die menschenrechtswidrige Fortsetzung von NS-Gesetzen beendet. Viele Männer wurden ins persönliche Unglück gestürzt. Minister Maas muss seiner Ankündigung Taten folgen lassen und die Bundesregierung muss mitziehen“, richtet Behr den Aufruf an die Politik.
Quelle:
Völklinger Kreis e. V. - Bundesverband schwuler Führungskräfte anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) am 17.05.2016
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