Elmar Kraushaar: ""Schwule sind unter Druck, sich als gute Schwule darzustellen""
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LSBTTIQ steht für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen
Wenn Sie zurückblicken: Wie hat sich schwule Identität in den vergangenen drei Jahrzehnten verändert?
Früher war das ein großer Begriff, an dem wir uns sehr abgearbeitet haben. Wir wollten wissen, was uns als schwule Männer zusammenhält. In den ersten Jahren haben wir furchtbar viele Gemeinsamkeiten entdeckt, auch wenn wir unterschiedliche biografische Hintergründe hatten.
Was waren solche Gemeinsamkeiten?
Um mit einer billigen anzufangen: Wir schrien alle auf, als Marianne Rosenberg gespielt wurde. Da fragt man sich schon: Wie kommt sowas? Das hat uns doch keiner beigebracht, auf solche albernen Schlager kollektiv abzufahren. Wir haben versucht, das als schwule Identität zu identifizieren, um auch alle anderen Schwulen zu erreichen. Wir wollten schließlich gesellschaftlich etwas verändern. Heute hat sich das - zum Glück - verändert. Es ist nicht mehr so einfach, den Zusammenschluss aller Schwulen herzustellen.
Warum nicht?
Es ist eine neue Generation am Start, die mit anderen Begriffen arbeitet. Die sind nicht mehr schwul oder lesbisch, sondern queer. Die sprechen nicht von der Schwulenbewegung, sondern von der LGBTI-Bewegung. Ich kann mit vielem davon gar nichts anfangen. Oft habe ich das Gefühl, es handelt sich um einen Etikettenschwindel: Dahinter versteckt sich doch das gleiche. Aber: Auf jeden Fall finde ich es richtig, dass diese schwule Identität nicht so einfach zu greifen ist und sich eben nicht an Oberflächlichkeiten festmachen lässt wie an der gemeinsamen Begeisterung für Marianne Rosenberg.