SLEEPLESS KNIGHTS
Ein Film von Stefan Butzmühlen und Cristina Diz
DE 2012, 95 Minuten
Wie jeden Sommer ist Carlos zu seiner Familie in die Extremadura zurückgekehrt. Diesmal wird er länger bleiben, denn in Madrid gibt es keine Arbeit mehr. Außerdem ist sein Vater gebrechlich und braucht Hilfe bei den Schafen. An diesem Ort, wo die Alten noch jährlich die mittelalterliche Vertreibung der Fremden aus ihrem Dorf feiern, lernt Carlos den jungen Polizisten Juan kennen und beide verlieben sich ineinander. Eine Beziehung zwischen Landflucht und Jugendarbeitslosigkeit, verkrusteten Ritualen und nationaler Krise in einer Landschaft, die nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint. PRESSESTIMMEN
"SLEEPLESS KNIGHTS erzählt beiläufig, unaufdringlich, in bisweilen überirdisch schönen Bildern. Der rote Faden ist die Liebesgeschichte zwischen dem Rückkehrer Carlos und dem jungen Polizisten Juan. ‚Du siehst gar nicht aus wie von hier', sagt Juan, als sie sich kennenlernen. ‚Ich bin auch nicht von hier', behauptet Carlos, ‚ich lebe in Madrid.' Von hier oder nicht von hier, das ist die Entscheidung, die viele hier treffen müssen. Extremadura, Madrid, vielleicht sogar München? Die Ungewissheit erfüllt die Liebesgeschichte in einem scheinbar relaxten, ereignislosen Sommer mit besonderer Spannung. Nur die alten Männer, die in ihren seltsamen Ritterrüstungen durch die karge Landschaft schreiten, scheint nichts mehr anzufechten."
(Christoph Terhechte, Katalog Berlinale Forum 2012)
"Die Erzählung tritt in den Hintergund. Plansequenzen unterlaufen jede konventionelle narrative Logik. Was zählt, sind die Landschaften, die Gesichter, die Stimmen. Was zählt, ist die Materialität des Kinos. Was zählt, sind die Kontraste zwischen einer schwulen Beziehung und einem Kontext, der seine Mythen und Legenden durch die Repräsentation einer Heldentat ein ums andere Mal wiederholt. Ich habe gute Filme auf dem Festival von San Sebastian gesehen, aber keinen so gewagt und kühn wie dieser, so jung und energisch trotz seines ruhigen und stillen Charakters."
(Carlos Losilla, La Vanguardia)