AIDS-Hilfe Schweiz

#1 von Forum , 20.07.2012 19:08


Generalversammlung der Aids-Hilfe Schweiz 2012: Turnaround der Aids-Hilfe Schweiz für das Jahr 2012 geschafft.


Das Engagement für finanzielle Nachhaltigkeit und eine zukunftsorientierte Verbandsentwicklung wird konsequent fortgeführt.

Zürich, 16. Juni 2012. Die Sicherung der Finanzen und die Verbandsreorganisation sind die prioritären Aufgaben des im Januar neu gewählten Vorstands unter der Leitung der Präsidentin Doris Fiala: Nach nur fünf Monaten konnte an der heutigen Generalversammlung eine erste positive Zwischenbilanz gezogen werden. Neue Ertragsquellen aus der Wirtschaft und Stiftungen im Umfang von einer halben Million Schweizerfranken wurden erschlossen und Personalkosten wurden eingespart. Somit wird das erwartete Budgetdefizit für 2012 (minus 300‘000 Schweizerfranken) abgewendet. Es dürfte neu ein Plus von gegen 100‘000 CHF erwartet werden. Der Verbandsreorganisationsprozess ist zudem auf gutem Wege. Einzig der seit 7 Jahren andauernde Trend der sinkenden Privatspenden konnte noch nicht gestoppt werden, was auch aufgrund des medialen Drucks der vergangenen Monate nicht überrascht.

An der heutigen Generalversammlung der Aids-Hilfe Schweiz konnte die Präsidentin eine positive Zwischenbilanz ziehen. Sie und ihr Vorstand hatten an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 21. Januar den klaren Auftrag erhalten, den Turnaround für den Dachverband Aids-Hilfe Schweiz zu schaffen. Die Ausgangslage war nicht einfach, waren doch die Erträge seit Jahren massiv eingebrochen, und die wichtigen Präventionsleistungen der AHS konnten nur durch einen massiven Abbau der Reserven finanziert werden. Auch für 2012 wurde ein Budgetdefizit von CHF 300‘000 erwartet. Bei Fortsetzung des Trends wäre es in wenigen Jahren zur Zahlungsunfähigkeit und allenfalls sogar zur Verbandsauflösung gekommen.

Sanierungsstrategie auf 3 Säulen:

Die Vereinsleitung ist ihrem Auftrag sofort mit Nachdruck angegangen. Der Vorstand hat mit Michael Kohlbacher einen neuen Geschäftsführer gewählt und sich mit ihm auf eine Sanierungsstrategie auf drei Säulen geeinigt:

1. Mehr Einnahmen durch die Wirtschaft und durch Stiftungen
2. Kostensenkung und schlankere Organisation im Dachverband
3. Mehr Finanzmittel durch das Bundesamt für Gesundheit

1. Säule mehr Einnahmen
Das sehr intensive Fundraising-Engagement schlägt bereits nach 5 Monaten voll durch. In dieser kurzen Zeitspanne konnten durch intensive Fundraisingaktivitäten neue Geldgeber für die Aids-Hilfe Schweiz mit Finanzierungszusagen (für die Jahre 2012 – 2014) in der Höhe rund CHF 500‘000 generiert werden. Die gewonnenen Spender bringen mit ihrem finanziellen Engagement dem neuen Vorstand des Dachverbands, der AHS-Geschäftsleitung und der damit verbundenen besseren Führung das Vertrauen entgegen, dass der Verband mit vereinten Kräften und geschlossenen Reihen in eine gute Zukunft geführt werden wird und bekunden gleichzeitig ihr Bekenntnis, dass die Aids-Hilfe Schweiz unverzichtbare Präventionsarbeit leistet.

2. Säule Kostensenkungen
Der Geschäftsführer berichtete, dass er durch Einsparungen beim Personal in den letzten Monaten die für 2012 budgetierten Personalkosten der Geschäftsstelle bereits um über 220‘000 Franken (8%) gesenkt hat.
Die neue Verbandsführung hat mit diesen Einnahmen- und Ausgaben-seitigen Massnahmen innert kurzer Zeit die noch Anfang Jahr offene Finanzlücke von CHF 300‘000 für das Jahr 2012 geschlossen.

3. Säule Bundesamt für Gesundheit
Für 2012 hat das BAG zusätzlich CHF 30‘000 in Aussicht gestellt. Die Aids-Hilfe Schweiz setzt alles daran, dem BAG die Notwendigkeit und Wirksamkeit ihrer Leistungen positiver aufzuzeigen und dadurch die Finanzierungsbereitschaft des Bundes wieder zu stärken und Vertrauen zurückzugewinnen.

Banalisierung von HIV und Aids – wichtige Gründe für sinkende Privatspenden
Die Privatspenden gingen in den letzten 7 Jahren um 30% zurück, und gemäss ersten Prognosen 2012 konnte der Trend noch nicht gestoppt werden, was auch aufgrund der negativen Medienberichterstattung der letzten Monate nicht überrascht. Die Präsidentin und die Geschäftsleitung halten indessen fest, dass Privatspenden für eine nachhaltige Sanierung der Aids-Hilfe Schweiz weiterhin unabdingbar und äusserst wichtig bleiben. Der Verdrängungswettbewerb von Hilfswerken im Spendenmarkt schont auch die Aids-Hilfe Schweiz nicht und stellt eine grosse Herausforderung dar. Das Thema HIV/Aids verliert in der Bevölkerung fatalerweise weiter an Bedeutung. Nicht wenige glauben, die Immunkrankheit könne mit einem Medikament beinahe wie eine Grippe geheilt werden. Gemäss einer repräsentativen Studie sind über 30% der Jugendlichen sogar der Meinung, man könne sich mit einer Impfung vor HIV schützen.

Aus Sicht des Vorstandes ist diesem Thema noch vermehrt Augenmerk zu widmen. Ein lang angelegtes Reputationsmonitoring soll Aufschluss bringen, woran es liegt, dass HIV/Aids nicht mehr als wichtig oder dringend angesehen wird, und mit welchen Kommunikations- und Marketingmassnahmen die AHS darauf reagieren kann. Das trügerische Bild in der Öffentlichkeit, HIV- und AIDS-Erkrankungen seien heute dank Medikamenten „banale Herausforderungen“, d.h. sie stellten keine Lebensbedrohung mehr dar, muss korrigiert werden. HIV/Aids ist auch heute ein grosses Problem für die Schweizer Bevölkerung und stellt eine lebenslange Erkrankung dar, die nach wie vor immer mehr Menschen in der Schweiz betrifft – heute bereits 25‘000 Menschen, mit steigendem Trend. Die Erkrankung verursacht CHF 260 Millionen Kosten pro Jahr.

Ehrenamt und Professionalisierung
Ein Referat von Herrn Professor Daniel Zöbeli beleuchtete das Thema „Ehrenamt und Professionalisierung“. Herr Zöbeli nahm dabei Bezug auf seine Studie „Die Honorierung der obersten Leitungsorgane von Nonprofit-Organisationen“, http://www.swissfoundations.ch/sites/def...format_03_0.pdf. Herr Zöbeli stellte sich auch der Diskussion rund um die Fragen der Ethik im Fundraising. Er steht dazu unter folgenden Kontaktdaten für Informationen zur Verfügung:
Prof. Dr. Daniel Zöbeli, daniel.zoebeli@ffhs.ch, Telefon: 044 842 15 54

Respekt und Dank allen Engagierten
Einen besonderen Dank zollte die Präsidentin dem Vorstand und den Mitarbeitenden, die in einer Phase grosser Herausforderungen überdurchschnittliches Engagement an den Tag gelegt hatten. Besondern Dank richtete sie an die zahlreichen Verbandsmitglieder, die seit langem bemüht darum gewesen seien, eine schlagkräftige Verbandsreorganisation zu erarbeiten. Der Präsidentin war es wichtig zu betonen, dass die Schnittstellen der Aufgaben zwischen dem Dachverband und den Mitgliederorganisationen geklärt werden. Fiala hielt fest: „Ohne Scheuklappen und ohne Vorurteile werden wir die Strukturen durchforschen und Schnittstellen klären.“ Im Vordergrund stehen dabei die wichtigen Aufgaben zugunsten der gemeinsamen Sache im Kampf gegen HIV-Infektionen und Aids und gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung Betroffener.“

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zuletzt bearbeitet 20.07.2012 | Top

   

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