Homosexuelle Selbsthilfe in Berlin fordert (queere) Solidarität für LSBT*Geflüchtete

#1 von grossherzogin , 03.07.2017 13:05

HS e.V. fordert (queere) Solidarität für LSBT*Geflüchtete



Eine Zeit lang schien es, als würden die deutschen Behörden sehr mitmenschlich mit Personen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, umgehen. Es wirkte auch, als gäbe es eine Sensibilität für die besondere Situation von geflüchteten LSBT*. Zahlreiche ablehnende Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gegen LSBT*Geflüchtete sind allerdings realitätsfern, zynisch und lebensbedrohlich!



Nur schwer nachvollziehbare Fehlinterpretationen des BAMFs führen dazu, dass Betroffenen unterstellt wird nicht homosexuell zu sein. Anderen wird zum Verhängnis, dass sie – aus Angst – ihre Identität oder ihre Partnerschaft im Heimatland verborgen gelebt haben. Einige werden auf die Möglichkeit verwiesen, sich in anderen Orten der Krisengebiete niederzulassen, in denen ihre Identität nicht bekannt ist, um dort „diskret“ zu leben. Berechtigte Angst und persönliche Betroffenheit, zum Beispiel durch die Ermordung des Lebenspartners, werden in Frage gestellt.



Den Betroffenen bleibt nach einem solchen Bescheid nur der Weg zu den Gerichten. Vielerorts werden sie auch hierbei durch Initiativen und Organisationen der LSBT* Community unterstützt. Die oft ehrenamtlich geleistete Unterstützung kann allerdings anwaltliche Begleitung nicht ersetzen. Die hierfür notwendigen Kosten in Höhe von ca. 600,00 € allein für die erste Instanz, können die von Sozialleistungen lebenden Geflüchteten und auch die örtlichen Initiativen nicht aufbringen. Auch Prozesskostenhilfe wird im Regelfall durch die Gerichte abgelehnt.



Seit über 35 Jahren leisten die Mitglieder der Homosexuellen Selbsthilfe e.V. (HS) in solchen Fällen schnelle und unkomplizierte Unterstützung. Ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert der Verein deutschlandweit – neben LSBT*Projekten – vor allem Kosten von Rechtsstreitigkeiten, bei denen die sexuelle / geschlechtliche Identität im Zentrum steht. Die hohe Anzahl an Anträgen im Rahmen von Asylstreitigkeiten haben den Verein allerdings an seine Grenzen gebracht. Seit Juni 2017 kann HS e.V. keine Rechtskosten mehr übernehmen. Dies muss sich schnell ändern, um LSBT*Geflüchteten die dringend notwendige Unterstützung wieder bieten zu können.



HS e.V. fordert daher Solidarität von allen Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter*Menschen. „Beinahe für jede_n in Deutschland ist es möglich, sich mit einem kleinen Beitrag zu beteiligen. Die lange Geschichte von HS zeigt: Gemeinsam sind wir eine starke Gemeinschaft. Gemeinsam sind wir in der Verantwortung, Solidarität zu zeigen. Gemeinsam können und müssen wir viel erreichen und viele Menschen unterstützen.“ so Torsten Schrodt, Vorstandsmitglied von HS e.V.



Der Vorstand ist sich sicher, dass viele queere Menschen einen Beitrag leisten wollen, aber oft nicht wissen wie. Wie Sie durch eine Spende oder Mitgliedschaft (der Mitgliedsbeitrag ist ab 36,00 € pro Jahr frei wählbar) einen Beitrag leisten, erfahren Sie auf www.hs-verein.de

grossherzogin  
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zuletzt bearbeitet 03.07.2017 | Top

   

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